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Geschichte
Die Garnison Melk in historischer Betrachtung

Am 8. Mai 1913, nunmehr vor 94 Jahren, rückte das Pionierbataillon Nr. 9 unter dem Kommando von Major Franz Fiedler in MELK ein. Hierbei kam es auch zur Namensgebung: “Freiherr von Birago Pionierkaserne” oder kurz “BIRAGO- Kaserne”.

 

 

Der 1. Weltkrieg, in dem das Pionierbataillon Nr. 9 als Wegbereiter der k.u.k Truppen galt, forderte auch von den Pionieren besonders hohen Blutzoll.

  

Vereidigung von Soldaten 1914. Am ersten März 1923 kommt es zur Aufstellung des “Niederösterreichischen Pionierbataillons Nr. 3″, welches später neben der Donauflotille dem Heeres-Pionier-Bataillon (HPiB) als Traditionstruppenkörper zugewiesen wird.


Im 2. Weltkrieg sind zunächst wieder Pioniere in der Kaserne untergebracht. Und zwar das Pionierbataillon Nr. 7, das Pionierbatailion Nr. 86, nach Umbenennung des Heeres-Pionier-Bataillon 70 und Teile des Pionierersatzbataillons 86. Als dunkler Fleck in der Geschichte wird die Kaserne in den Jahren 1944-1945 auch als Außenlager des KZ Mauthausen verwendet.

Nach dem Krieg, zunächst Umsiedlungslager, dient diese der Unterbringung der russischen Besatzungstruppen, vorwiegend Pionieren. Am 18. August 1955 wurde die Kaserne vom russischen Kommandanten an die Stadtgemeinde MELK, unter Bürgermeister Amtsrat Karl Schmid übergeben.


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"Geschneuzt und gekampelt"
 

Donnerstag, 12. Juli 1956

Einzug der Melker Pioniere vor mehr als 50 Jahren. Nachzulesen auch im Buch "50 Jahre Pioniere in Melk, 1956 bis 2006". Besuchen Sie dazu auch unseren Shop!

Bereits nach 9 Uhr, eine halbe Stunde vor dem zu erwartenden Einzug der Soldaten stauten sich die Menschen. Die Kapelle des Wiener Wachbataillons musizierte und es dauerte nicht lange und es flogen die ersten Blumensträuße auf die Wagen der anrollenden Einheit. Fesche Wachauer Dirndln waren es, die den Soldaten diesen ersten Willkommensgruß entboten. Viele Zuschauer schlossen sich ihnen an.

Unter den Ehrengästen, die der feierlichen Defilierung beiwohnten, befanden sich außer dem Verteidigungsminister GRAF noch Staatssekretär Dr. STEFANI, die Geistlichkeit des Stiftes Prälat HÖFENMAYER, der damalige Melker Bürgermeister SCHMID und hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Als militärisch Höchstanwesender konnte neben Minister GRAF, General Dr. LIPITZKY begrüßt werden.

Die Pioniere saßen in strammer Haltung auf ihren Fahrzeugen. Die Feldmützen mit dem traditionellen Eichenlaub geschmückt, den Blick zu den Ehrengästen gewendet, fuhren sie an der Tribühne vorbei, durch die Stadt, um dann in die Kaserne auf dem Kronbühel einzurücken. Bis die Einheit im Innenhof Aufstellung genommen hatte, wurden die Festgäste durch die einzelnen Gebäude geführt und konnten sich von der zweckmäßigen, modernen und komfortablen Ausstattung des Quartiers überzeugen.


Bild oben: Ansicht der Kaserne 1961

Die Freude Melks über die Fortsetzung der alten Pioniertradition und den vollzogenen Einzug der neuen Einheit unterstrich Bürgermeister SCHMID in seiner Begrüßungsansprache. „11 Monate sind nun seit dem Abzug der Russen vergangen und es folgt nun diesem frohen Anlass eine noch größere Freude, nämlich nach 17 Jahren wieder der Einzug österreichischer Soldaten. Die Stadt Melk werde alles tun, damit ein künftiges Zusammenleben zwischen Gemeinde und Garnison besonders gedeihlich wird .“

Unter den Klängen der Bundeshymne wurde die rot-weiß-rote Flagge gehisst und Minister GRAF versprach in seiner Festrede:“ Die Soldaten der zweiten Republik werden das österreichische Volk in keiner Weise enttäuschen, wie hier in Melk werden wir ein neues, modernes Heer aufbauen, in denen das Verhältnis zwischen Mannschaft und Offizieren in vorbildlicher Art und Weise gefördert werden wird.“

Die Garnison, die somit seit nunmehr 90 Jahren Pionieren eine Heimat bietet, ist nicht zuletzt wegen der zahlreichen Einsätze z. B. Hochwasser, Windwurf, Hagel, Brand, Murenabgänge, Eisstoß, Brückeneinsturz, Zugsunglück, etc. weit über die Grenzen Niederösterreichs bekannt und bei der Bevölkerung gern gesehen. Denn eines haben die Melker Pioniere bewiesen, - stets zu helfen, getreu dem Wahlspruch “PIONIERE WIE IMMER’’.

         

Fast unmittelbar nach dem Einzug in Melk und der notwendigen Formierung Mitte der 50er Jahre hatten die Pioniere eine Vielzahl von Einsätzen zu bewältigen.

1965 und 1966 wurde der Süden Österreichs von schweren Unwettern heimgesucht. Knapp 600 lfm Behelfsbrücken mussten gebaut werden um die allernötigste Infrastruktur in Kärnten und Osttirol  wiederherzustellen.

  

Bilder: Diese sind zeitlich nicht geordnet und sollen einen groben Überblick schaffen über die schwierigen Aufträge die zu erfüllen waren.

Oben links zeigt die Brücke bei Gsadt im Mostviertel, das Bild in der Mitte dokumentiert das "Frühjahrsmanöver 1958" im nördlichen Waldviertel. Mit Rücklass- und Beutematerial hatten die Altpioniere zu arbeiten. Rechts: Eine typische "schwere Mehrfeldbehelfsbrücke" in Kärnten 1966 gebaut. Dieser Einsatz dauerte mehrere Monate.